Ameisensäurebehandlung

Ameisensäure ist aktuell das wirksamste Mittel gegen Varroa. Es ist das einzige, das auch gegen die Milben wirkt, die in den verdeckelten Brutzellen sitzen und genau dort steckt der Großteil dieser Viecher.

  • Vorteile:
    • Richtig angewendet kann man damit innerhalb eines Tages über 95% der Varroamilben im Volk los werden. Egal ob auf den Bienen oder in den Brutzellen.
    • Ameisensäure wird erst nach der letzten Honigernte des Jahres angewendet und hinterlässt keine Rückstände im Wachs und damit auch keine in der Honigernte, die ja erst im nächsten Frühjahr eingetragen wird.
  • Nachteile:
    • Ameisensäure ist ein hoch gefährliches Zeug. Falsch oder unvorsichtig angewendet, kann man sich damit leicht selbst ernstlich verletzen und/oder neben den Milben auch noch alle Bienen killen.
    • Die Behandlung ist sehr Wetterabhängig. Ist es zu kalt, wirkt sie nur sehr schlecht.
    • Durch die Dämpfe der stark riechenden Ameisensäure, ist es der Fluglochwache während der Behandlung nahezu unmöglich Freund von Feind zu unterscheiden. Je länger die Behandlung also dauert, um so größer das Risiko, dass das Volk ausgeräubert wird.
    • 85%ige Ameisensäure, mit der man schnell einen Erfolg erzielen kann, ist leider in Deutschland nicht zugelassen (im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern). 60%ige AS dagegen, ist noch Temperaturabhängiger und benötigt in den meisten Verabreichungsformen auch deutlich mehr Behandlungszeit (Räubereigefahr! siehe oben).

Wie genau sieht die Behandlung meiner Völker nun aus?

Ich benutze den sogenannten Liebig Dispenser. Eine Vorrichtung, bei der die Ameisensäure aus einer Plastikflasche auf eine Art Löschpapier fließt und dort langsam verdunstet. Diese Methode ist vergleichsweise sicher und lässt sich gut, mit aller Sorgfalt, zuhause vorbereiten. Am Bienenstand ist dann kein riskantes Abfüllen der Säure mehr nötig. Man Steckt dann nur noch die vorher gefüllte Tropfflasche auf den „Teller“ mit dem Dochtpapier und das war’s auch schon. Je nach Wetter und Größe des Volkes, passt man die Größe des Papiers etwas an. Das ganze steht dann in einer leeren Zarge auf dem Volk. Darauf kommt wie üblich der Deckel und unter den Gitterboden schiebt man wieder die Windel. So kann man im Anschluss auch direkt sehen wie gut die Behandlung gewirkt hat. Es sollten natürlich viele tote Milben raus fallen.