Warmer Herbst

Nachdem es im September zeitweise richtig kalt war, haben wir jetzt wieder sommerliche Temperaturen von bis zu 20°C.
Bei den ersten Nachtfrösten, hört die Königin normalerweise auf Eier zu legen. Da es jetzt aber wieder so warm ist, wird auch wieder fleißig gebrütet. Was erstmal ganz toll klingt bringt aber mehr Probleme als es nützt. Aufzucht junger Bienen bedeutet immer auch einen hohen Futterverbrauch. Da aber draußen so gut wie nix mehr zu finden ist, würden die Reserven, gerade bei Jungvölkern, kaum durch den Winter reichen. Jetzt heißt es also wieder füttern.
Ganz entspannt ne Kiste mit Sirup in eine leeren Zarge oben drauf stellen, funktioniert jetzt leider nicht mehr. Für solche Aktionen ist es den Bienen zu dieser Jahreszeit dann doch zu ungemütlich. Bleibt nur eine flache Schale (mit Sirup und Blättern als Schwimmhilfe) in den Gitterboden, direkt unter die Waben zu stellen. Was vor ein paar Wochen noch schlimme Räuberei ausgelöst hätte, kann man jetzt halbwegs risikoarm machen. Die Bienen unter den Waben hängen quasi ins Futter rein und innerhalb von ca. 1-2 Tagen ist die Schale restlos leer genuckelt.

Zweites Problem bei diesen Temperaturen, ist mal wieder die Varroamilbe. Wenn die Bienen brüten, schlüpfen auch wieder scharenweise Milben. Da meine Ameisensäurebehandlung nicht ganz so gut funktioniert hat wie ich es gern gehabt hätte (da war es zu kalt), kann ich das jetzt eigentlich so gar nicht brauchen. Glücklicherweise ist das Varroaproblem bei Jungvölkern wie meinen nicht so dramatisch, sodass ich hoffe, dass trotzdem alles gut geht. In ein paar Tagen, wenn ich die Futterschale wieder entferne, werde ich noch mal die Windeln einschieben, nur um sicher zu gehen. Im Dezember steht dann die nächste planmäßige Behandlung (beträufeln mit Oxalsäure) an. Vorher könnte man notfalls mit Milchsäure alle Waben einsprühen, wie man es im Frühjahr mit den Jungvölkern macht.