Die Wintertraube

Was tun die Bienen eigentlich im Winter?

Wenn sich der Winter an die Regeln hält, ist es bekanntlich sehr kalt. Besonders in der Nacht hat es dann Temperaturen um die 0°C oder deutlich kälter.
Wenn dem so ist, sitzen die Bienen dicht zusammen in der sogenannten Wintertraube. Die „Belegschaft“ wechselt sich ständig ab, sodass jeder mal am Rand der Bienenkugel im kühlen sitzen muss und mal im Inneren bei muckeligen, konstanten 35°C kuscheln darf. Nur die Königin darf den ganzen Winter in der Mitte sitzen.
Dabei ist es egal wie gut die Beute isoliert ist, ummittelbar neben der Wintertraube darf es gerne Außentemperatur haben. Die Bienen heizen immer nur die Traube und nicht die ganze Kiste. Sind genug Bienen da, ist das auch bei richtig knackig kalten Nächten überhaupt kein Problem. Sind zu wenig Bienen da, hat der Imker was falsch gemacht und hätte z.B. bereits im Herbst zwei Völker vereinen sollen (so wie ich 😉 ).

Um Weihnachten herum, sollten die Bienen dann auch keine Brut mehr haben. Erst wenn die Tage wieder etwas länger werden, beginnt die Königin langsam mit der Eiablage. Im März, wenn die Weidenkätzchen blühen und genug Pollen zur Verfügung stehen, legt sie dann richtig los und das Volk bereitet sich auf die bald anstehende Honigproduktion vor.

Restentmilbung im Dezember

Wie bereits erwähnt, stand kurz vor Weihnachten die Restentmilbung an.
Dabei sprüht man einfach mit einer großen Spritze eine 3,5%ige Oxalsäurelösung aus der Apotheke zwischen die Waben in die Wintertraube. Die Bienen verteilen die Säure dann ganz automatisch durch den ständigen Wechsel vom Rand der Traube zur Mitte und umgekehrt (s.o.).

Vorraussetzungen für ein optimales Ergebnis:

  • Frostige Nächte
    • Wenn die Bienen nicht in der oben beschriebenen Traube sitzen, funktioniert die gleichmäßige Verteilung  der Säure nicht.
  • Keine Brut:
    • Die Oxalsäure wird nur auf die Bienen verteilt, die auf den Waben sitzen. Da aber in den Brutzellen die meisten Milben leben, sollte keine Brut mehr vorhanden sein. Die Behandlung würde, je nach Brutmenge, deutlich weniger Erfolg bringen.

Ich habe den optimalen Termin leider verpasst. 2015 war es um Weihnachten rum einfach viel zu warm. Zwar hatten meine Bienen keine Brut mehr, aber es war nachts ungefähr +5°C. Ein erfahrener Imker, hätte das entweder kommen sehen und schon den Frost Anfang Dezember ausgenutzt oder bis Anfang Januar gewartet. Da wurde es ja wieder richtig Kalt. Zwar besteht in beiden Fällen das Risiko, dass noch/wieder ein bisschen Brut vorhanden ist, aber kältere Temperaturen wären wichtiger gewesen als ein paar Brutzellen. Nachher ist man eben immer schlauer.

Was heißt das jetzt?
Da die Restentmilbung nicht optimal war,  werde ich also auch 2016 im Bezug auf Varroa keine Langeweile bekommen. Aktuell habe ich aber noch viele gesunde Bienen in der Kiste und bin optimistisch, dass die den Rest des Winters auch noch überstehen.