Bienen sind meldepflichtige Nutztiere!

Man könnte meinen, Imkerei bestünde nur aus Arbeit an der frischen Luft und zwei mal im Jahr Honig schleudern und abfüllen in der Küche.
Leider kommt auch noch ein Bisschen Bürokratie dazu.

Was ich vorher auch nicht wusste: Bienen sind meldepflichtige Nutztiere. Man darf sie nur mit gültigem Gesundheitszertifikat von einem Ort zum anderen umziehen und muss den genauen Standort anmelden.

Zum einen will die Stadt wissen wo die Bienen stehen. Dazu reichte bei mir eine Mail ans Veterinäramt. Das ist zwar Pflicht, trotzdem haben die wohl so wenig Interesse an Bienen, dass man in der Regel nicht mal ne Antwort zurück bekommt. Als ich 2015 meine Bienen bekommen habe, wurde ich innerhalb des Veterinäramtes telefonisch von einer Nummer zur nächsten gereicht und es hat lange gedauert bis ich dann endlich an der richtigen Stelle war, die mir dann sagen konnte wie ich vorgehen muss.
Immerhin kostet die Anmeldung bei der Stadt nichts.

Kostenpflichtig ist dagegen die ebenfalls verpflichtende Anmeldung bei der Tierseuchenkasse der Landwirtschaftskammer. Bis zu 10 Völker kosten dort im Moment (NRW) pauschal 10€. Weitere Völker kosten je 1€ extra. (Jahreshöchstbesatz)
Die erste Meldung erfolgt ganz einfach per Mail. Ne Weile später bekommt man dann nen Brief mit Zugangsdaten zu deren Onlineportal. Dort kann man dann zu Beginn jedes Jahres eintragen wie viele Völker man im Beitragsjahr maximal haben wird. Die Rechnung kommt dann etwas später per Post. Von der Tierseuchenkasse wird man im Seuchenfall für seine Verluste entschädigt.

Nicht verpflichtend aber durchaus sinnvoll, ist die Mitgliedschaft in einem Imkerverein. Neben Infos und Unterstützung bei allerlei Fragen, bekommt man dadurch eine Versicherung gegen Schäden an den Völkern und gegen Haftpflichtansprüche Dritter. Wer weiß schon was für Menschen mich irgendwann verklagen weil sie der Ansicht sind, von einer meiner Bienen gestochen worden zu sein.
Im Imkerverein zahlt man neben dem normalen Vereinsbeitrag noch einen Betrag pro Volk für Versicherung und Co. an den Deutschen Imkerbund (D.I.B.). Hierbei gilt allerdings der Bestand zum Stichtag 1. Januar und nicht der Jahresthöchstbesatz wie bei der Tierseuchenkasse.